Verbandsleben

 

Quelle: TLZ.DE Jena vom 26.10.2015

Am Samstag traf sich in Jena der Thüringer Berufsschullehrerverband und zog eine traurige Bilanz.

 


Thilo Helms, Vorsitzender des Thüringer Berufsschullehrerverbandes beim Verbandstreffen in Jena.
Foto: Jördis Bachmann

 

Jena. Es war mehr als symbolisch, dass am Samstag die Teilnehmer des Thüringer Berufsschullehrertages in Jena allein dastanden: Weder die angefragte Thüringer Bildungsministerin, Birgit Klauber (Die Linke), noch ihre angekündigte Vertreterin, Staatssekretärin Gabi Ohler (Die Linke), waren erschienen, um mit den Berufsschullehrern ins Gespräch zu kommen. Man hatte es auch nicht für nötig gehalten, dem Thüringer Berufsschullehrerverband (BVL) abzusagen. Das Ministerium hatte das Verbandstreffen schlichtweg vergessen oder wollte es vergessen.

Die Berufsschulen fühlen sich seit Jahren abgehängt und aufs Abstellgleis geschoben. „Wir kommen in der Bildungspolitik praktisch nicht mehr vor“, sagte der Vorsitzende des Thüringer Berufsschullehrerverbandes Thilo Helms. „Mit Frau Klaubert im Bildungsministerium glaubten wir, wieder eine Stütze gefunden zu haben. Sie war schließlich bis zu ihrem Wechsel in die Politik selbst an einer Berufsschule tätig. Da kann uns doch eigentlich nichts mehr passieren“, sagt er ironisch. Helms sieht verärgert und enttäuscht zugleich aus. „Wir müssen ein tragfähiges Berufsschulnetz für die Jahre 2016/17 entwickeln. Wie das jedoch bei der derzeitigen Kommunikationsbereitschaft gehen soll, ist mir schleierhaft“, so Helms. Eines der entscheidenden Probleme ist der Rückgang der Schülerzahlen – vor allem an den Berufsschulen in den Landkreisen. Die Schülerzahlen an den insgesamt 41 Thüringer Berufsschulen sinken. Seit dem Jahr 2003/2004 haben sich die Zahlen beinahe halbiert – von 80.000 auf aktuell etwa 41.000 Schüler. Viele Standorte sind von der Schließung bedroht. Lediglich in den Städten Jena, Weimar oder Erfurt hätten die Berufsschulen weniger mit den sinkenden Zahlen zu kämpfen.

Zum einen habe der Schülerschwund demografische Gründe, außerdem falle es den Ausbildungsbetrieben zunehmend schwer, freie Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Was bedeutet: keine Lehrlinge – keine Berufsschüler. Der Trend zur Akademisierung sei ein weiterer Grund für die Abnahme der Schülerzahlen.

Flüchtlinge sind eine große Chance

Dies führe zu einer sukzessiven Schließung von Klassen. Lehrlinge müssen dann teilweise weite Wege zurücklegen, um eine entfernte Berufsschule zu besuchen. Auch am Göschwitzer Berufsschulzentrum in Jena war das geschehen. Die Klasse der Physiklaboranten wurde vor einigen Jahren geschlossen. Seither müssen angehende Physiklaboranten zur Schule nach Selb in Bayern fahren.

Die Berufsschulen in Sömmerda im Saale-Orla- sowie im Saale-Holzlandkreis beispielsweise kämpfen bereits um ihre Existenz, da das Ministerium ihre Abwicklung angeordnet hat. Die Kreise jedoch setzen sich verstärkt für den Erhalt der Schulen ein. „Wir wollen alle 41 Schulstandorte in Thüringen halten“, erklärte Helms. Dazu jedoch müsse das Ministerium bereit sein, Vorschläge auch anzunehmen. „Wir können zusätzliche Aufgaben übernehmen. Die Kapazitäten sind vorhanden“, sagt Helms. Weiterbildungen, die bisher staatlich gestützt von anderen Trägern angeboten würden, könnten beispielsweise übernommen werden.

Außerdem sieht Helms in den jungen Flüchtlingen eine große Chance für die Berufsschulen. Bei der Qualifizierung von jugendlichen Flüchtlingen könnten die Berufsschulen eine entscheidende Rolle spielen. „Was soll man denn mit dem 17-jährigen Syrer machen, der eine Lehre anfangen will, aber keine Qualifizierung nachweisen kann. An den Berufsschulen könnten diese jungen Menschen einen Schulabschluss machen, um dann eine Lehrstelle finden zu können“, sagt Helms. Dazu jedoch sei es wichtig, dass auch für den berufsbildenden Bereich wieder die Schulpflicht geltend gemacht werde.

Jördis Bachmann / 26.10.15 / TLZ

 

Quelle: TLZ.DE Jena vom 26.10.2015


 

 

Der Nachwuchs liegt unserem Berufsschullehrerverband sehr am Herzen und in Anbetracht der Altersstruktur der Lehrer an berufsbildenden Schulen ist auch das Ministerium gefordert, jungen, dynamischen, sehr gut in Thüringen ausgebildeten Lehramtsanwärtern die Türen für eine Anstellung zu öffnen!

Das Personalentwicklungskonzept sieht es rein theoretisch vor, dem Nachwuchs Perspektiven zu geben. Von Einstellungen wird stets gesprochen, doch wie viele Stellen auf die einzelnen Schulformen vergeben werden, ist nicht offen gelegt. Natürlich nehmen auch die anderen Bundesländer die in Thüringen ausgebildeten „Junglehrer“ gern auf, doch das ist nicht unser Ziel!

Nun hat sich eine mutige, engagierte Lehramtsanwärterin gefunden, welche die Interessen der LAA in berufsbildenden Schulen auf die öffentliche Plattform bringt. Frau Alina Schmidt wird zukünftig eine Arbeitsgruppe Lehramtsanwärter im BLV leiten.

Am 8. Februar 2014 tagte der Hauptvorstand des BLV. Dort wurde dieses Engagement sehr begrüßt und der BLV hofft damit auf eine gute Vernetzung der LAA in Thüringen. Herr Helms dankte für das Engagement und motivierte Frau Schmidt mit einem Blumenstrauß.

Auf der Homepage des BLV wird man bald mehr zur Arbeitsgruppe lesen können.

A. Neuland


 

 

Am 13.11.2013 lud ich alle Kolleginnen und Kollegen des Fachbereiches Wirtschaft und Verwaltung in die Oettinger Brauerei nach Gotha ein. In Vorbereitung dieser Veranstaltung hatten sich ca. 30 Kolleginnen und Kollegen angemeldet. Krankheitsbedingt nahmen tatsächlich 20 teil. Die Brauerei arbeitet mit der Agentur "Zum Roten Faden" zusammen die u. a. die Öffentlichkeitsarbeit für Oettinger organisiert und durchführt. So konnte auch ich auf die Zusammenarbeit mit den beiden Betreibern der Agentur, Wolfgang Gleichmar und Jan Ludwig, bauen und mich auf die Organisation der Veranstaltung verlassen. Wolfgang Gleichmar übernahm in bewährter Form die Vorstellung des Unternehmens und im Weiteren auch die Führung. Unweigerlich kam die Frage der wissbegierigen Wirtschaftslehrer nach dem Marketingkonzept der Oettinger Brauerei und dem Preis, der sichtlich unter dem der anderen sogenannten „Premiumbiere“ liegt. Das ist kein Geheimnis. Wolfgang Gleichmar sprach ganz offen und mit vollem Stolz darüber. Es ist die Strategie oder das Konzept des Weglassens: keine teure Werbekampagne bei hochkarätigen Sportereignissen (Formel 1), keine extra angefertigten Flaschen mit eingearbeitetem Wappen oder ähnlichen Wiedererkennungsmerkmalen, keine bedruckten Kronenkorken, keine aufwändig gestalteten Etiketten. Der Eigentümer von Oettinger, Günther Kollmar, hat aufs richtige Pferd gesetzt, als er sich in den siebziger Jahren entschied, in erster Linie die Supermärkte zu beliefern und das mit Hilfe einer modernen schlanken Logistik. Er erkannte, dass überwiegend zu Hause Bier getrunken wird und nicht in Gaststätten. Daraus resultierend setzte er nicht auf die Unterstützung von Restaurants und Gaststätten mit Werbematerialien, wie Schankanlagen, Bierdeckel, Gläsern usw. Weiterhin wirkt sich auf die flächendeckende, deutschlandweite Versorgung mit Oettinger Bier die Standortverteilung der Brauereien positiv aus. Oettinger braut in Oettingen in Bayern, Gotha, Schwerin, Braunschweig, Mönchen-Gladbach. Die Verteilung der Standorte erlaubt es u. a., dass Oettinger keinen Großhandel als Partner benötigt und selbst auch keine Großhandelsstruktur aufbauen muss. Oettinger ist Marktführer in Deutschland. Ein weiteres Plus für den Standort Gotha ist die super gute Qualität des Wassers, das zur Verfügung steht, da es eine direkte Leitung aus der Ohratalsperre bei Luisenthal zur Brauerei gibt. Diese existiert noch aus Zeiten der Gothaer Brauerei.

Während des Rundganges, der uns durch die verschiedenen Abteilungen führte, waren die unterschiedlichen Gerüche erstaunlich und beachtlich war der geringe Anteil von Beschäftigten, die auf dem Unternehmensgelände zu sehen waren. Erstaunt waren die meisten über die Arbeitsweise der Dosenabfüllanlage, die in einer enormen Geschwindigkeit arbeitet und die Dosen aus den verschiedensten Gründen hin- und herwendet.

Im Anschluss gab es eine kleine Verkostung der unterschiedlichen Getränke und einen kleinen Imbiss. Verblüffend war die Breite bzw. Tiefe des Produktionsprogramms schon. Im Bereich der Biermischgetränke lässt Oettinger auch keine Geschmacksrichtung aus, ebenso wenig wie das Marktsegment der alkoholfreien Getränke. Eine kleine gestalterische Anekdote ist, dass der Sohn Dirk Kollmar zusammen mit seinem kleinen Sohn ein Etikett entworfen hat.

Bei einigen Informationen zum BLV und dessen Arbeit, einem regen Erfahrungsaustausch und sichtlicher Wiedersehensfreude unter einigen Kolleginnen und Kollegen, ging die Veranstaltung viel zu schnell zu Ende, aber mit dem Wunsch, so etwas bald zu wiederholen.

S. Schlott


 

 

Am 07.11.2013 beschäftigten sich Personalräte berufsbildender Schulen von 14.00 bis 18.00 Uhr intensiv mit Verwaltungsvorschriften und Personalvertretungsgesetz.

Theorie und Praxis zeigen immer noch oft mehr oder weniger große Diskrepanzen auf. Deshalb ist es bedeutsam, Personalräte regelmäßig für ihre ehrenamtlichen Aufgaben zu schulen und sie zu unterstützen. Dies leistet der BLV (ehemals TVB und VLW) mit Engagement.

2014 erwarten uns wieder Personalratswahlen. Diese sollten von unseren Mitgliedern gut vorbereitet und unterstützt werden. Ziel ist, die Kandidaten in die Gremien zu bringen. Nur so kann nachhaltige Mitwirkung und Mitbestimmung für Berufsschullehrer erreicht werden!

A. Neuland


 

 

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Feststellung der Beschlussfähigkeit
  3. Wahl des Präsidiums
  4. Rechenschaftsberichte
    4.1 Rechenschaftsbericht des Vorstandes
    4.2 Rechenschaftsberichte der Ausschüsse und der AG Fachlehrer
    4.3 Kassenbericht des Schatzmeisters
    4.4 Bericht der Kassenprüfer

Aussprache

  1. Entlastung des Geschäftsführenden Vorstandes
  2. Verabschiedung der Vorstandsmitglieder
  3. Bestätigung Wahlkommission
  4. Aufstellung der Kandidatenliste für den Geschäftsführenden Vorstand,
    Vorstellung der Kandidaten
  5. Wahlen
  6. Anträge an die Vertreterversammlung
  7. Schlusswort der/des Vorsitzenden