Am 13.11.2013 lud ich alle Kolleginnen und Kollegen des Fachbereiches Wirtschaft und Verwaltung in die Oettinger Brauerei nach Gotha ein. In Vorbereitung dieser Veranstaltung hatten sich ca. 30 Kolleginnen und Kollegen angemeldet. Krankheitsbedingt nahmen tatsächlich 20 teil. Die Brauerei arbeitet mit der Agentur "Zum Roten Faden" zusammen die u. a. die Öffentlichkeitsarbeit für Oettinger organisiert und durchführt. So konnte auch ich auf die Zusammenarbeit mit den beiden Betreibern der Agentur, Wolfgang Gleichmar und Jan Ludwig, bauen und mich auf die Organisation der Veranstaltung verlassen. Wolfgang Gleichmar übernahm in bewährter Form die Vorstellung des Unternehmens und im Weiteren auch die Führung. Unweigerlich kam die Frage der wissbegierigen Wirtschaftslehrer nach dem Marketingkonzept der Oettinger Brauerei und dem Preis, der sichtlich unter dem der anderen sogenannten „Premiumbiere“ liegt. Das ist kein Geheimnis. Wolfgang Gleichmar sprach ganz offen und mit vollem Stolz darüber. Es ist die Strategie oder das Konzept des Weglassens: keine teure Werbekampagne bei hochkarätigen Sportereignissen (Formel 1), keine extra angefertigten Flaschen mit eingearbeitetem Wappen oder ähnlichen Wiedererkennungsmerkmalen, keine bedruckten Kronenkorken, keine aufwändig gestalteten Etiketten. Der Eigentümer von Oettinger, Günther Kollmar, hat aufs richtige Pferd gesetzt, als er sich in den siebziger Jahren entschied, in erster Linie die Supermärkte zu beliefern und das mit Hilfe einer modernen schlanken Logistik. Er erkannte, dass überwiegend zu Hause Bier getrunken wird und nicht in Gaststätten. Daraus resultierend setzte er nicht auf die Unterstützung von Restaurants und Gaststätten mit Werbematerialien, wie Schankanlagen, Bierdeckel, Gläsern usw. Weiterhin wirkt sich auf die flächendeckende, deutschlandweite Versorgung mit Oettinger Bier die Standortverteilung der Brauereien positiv aus. Oettinger braut in Oettingen in Bayern, Gotha, Schwerin, Braunschweig, Mönchen-Gladbach. Die Verteilung der Standorte erlaubt es u. a., dass Oettinger keinen Großhandel als Partner benötigt und selbst auch keine Großhandelsstruktur aufbauen muss. Oettinger ist Marktführer in Deutschland. Ein weiteres Plus für den Standort Gotha ist die super gute Qualität des Wassers, das zur Verfügung steht, da es eine direkte Leitung aus der Ohratalsperre bei Luisenthal zur Brauerei gibt. Diese existiert noch aus Zeiten der Gothaer Brauerei.

Während des Rundganges, der uns durch die verschiedenen Abteilungen führte, waren die unterschiedlichen Gerüche erstaunlich und beachtlich war der geringe Anteil von Beschäftigten, die auf dem Unternehmensgelände zu sehen waren. Erstaunt waren die meisten über die Arbeitsweise der Dosenabfüllanlage, die in einer enormen Geschwindigkeit arbeitet und die Dosen aus den verschiedensten Gründen hin- und herwendet.

Im Anschluss gab es eine kleine Verkostung der unterschiedlichen Getränke und einen kleinen Imbiss. Verblüffend war die Breite bzw. Tiefe des Produktionsprogramms schon. Im Bereich der Biermischgetränke lässt Oettinger auch keine Geschmacksrichtung aus, ebenso wenig wie das Marktsegment der alkoholfreien Getränke. Eine kleine gestalterische Anekdote ist, dass der Sohn Dirk Kollmar zusammen mit seinem kleinen Sohn ein Etikett entworfen hat.

Bei einigen Informationen zum BLV und dessen Arbeit, einem regen Erfahrungsaustausch und sichtlicher Wiedersehensfreude unter einigen Kolleginnen und Kollegen, ging die Veranstaltung viel zu schnell zu Ende, aber mit dem Wunsch, so etwas bald zu wiederholen.

S. Schlott