Ungleichbehandlung bleibt bestehen 

Mit Inkrafttreten der Thüringer Verordnung über die Arbeitszeit der beamteten Lehrer (ThürLehrAzVO) hatten wir die Hoffnung verbunden, dass die ungleiche Praxis der Abrechnung geleisteter Unterrichtsstunden an den berufsbildenden und allgemeinbildenden Schulen beendet wird. Ministerin Dr. Klaubert hat als Antwort auf unser Schreiben dazu jetzt mitgeteilt: „… es wurde entschieden, dass die Regelungen in den genannten Abschnitt bestehen bleiben.“

Die von vielen unserer Kolleginnen und Kollegen in ihrer täglichen Arbeit empfundenen Belastungen durch das beliebige Verschieben der wöchentlich zu leistenden Pflichtstunden ist für die Ministerin eine Notwendigkeit: „Bei gleichzeitiger Beschulung von Klassen in Vollzeit-, Teilzeit-, Block- und Tageunterricht etc. ist ein ausgewogener Lehrereinsatz anders nicht planbar."

Von Ministerin Dr. Klaubert wird die von uns wiederholt angemahnte Mehrbelastung der Lehrer an den berufsbildenden Schulen durch diese Festlegungen nicht gesehen:

„Ihre Darstellung zur Mehrbelastung der Kolleginnen und Kollegen durch Vertretungen sowie zur Unzufriedenheit und Frustration in vielen Kollegien wird nicht geteilt. Der partiellen Mehrbelastung der Lehrerschaft stehen Arbeitsabschnitte mit weniger Arbeitsaufkommen gegenüber. In Zeiten der „Minderbeschäftigung“, z. B. durch vorzeitigen Abgang von Klassen, sind in der Regel auch weniger zu beschulende Klassen vor Ort und damit besteht weniger Vertretungsaufwand durch andere Kollegen.
Zu Ihrer Mitteilung zur Abrechnungspraxis an den berufsbildenden Schulen teile ich Ihnen mit, dass die Betrachtung der Auslastung über das gesamte Unterrichtsjahr zu einer besseren und gerechteren Vergleichbarkeit zwischen Lehrkräften in den unterschiedlichen Schulformen der berufsbildenden Schulen führt."

Unser Argument einer Ungleichbehandlung der Lehrer an verschiedenen Schularten wird auf eine sehr eigenwillige Weise aufgegriffen:

„Ihre Auffassung zur Gleichbehandlung der Lehrer an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen wird insofern geteilt, dass geprüft werden muss, ob die Regelungen zu den Grundsätzen der Einsatzplanung als Grundlage für alle Lehrer in die ThürLehrAzVO aufgenommen werden können.“

Die Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen werden für diese Form der Gleichbehandlung sicher dankbar sein.

Download Aktuell-Blatt 02/15

Download Antwortschreiben von Frau Ministerin Dr. Klaubert

Siehe hierzu auch: Aktuell-Blatt Nr. 01/15 vom 22. Januar 2015 sowie 04/14 vom 20. November 2014


 

 

Themen für Gespräch mit Ministerin Dr. Klaubert 

Im Newsletter vom 13. Januar 2015 hat die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Frau Dr. Birgit Klaubert einen konstruktiven Dialog mit allen Interessierten und regelmäßige Beratungen mit den Interessenvertretungen angekündigt. Dieses Angebot ist zu begrüßen, hebt es sich doch deutlich von der Arbeitsweise des bisherigen Ministers Matschie ab. Im Heft 2/2014 hatten wir dazu ausführlich berichtet.

Wir haben in einem Schreiben die aus unserer Sicht dringlichsten Themen für die berufsbildenden Schulen der Ministerin mitgeteilt und den Vorschlag zu einer Vertiefung im direkten Gespräch unterbreitet.

  1. Einstellungen von neuen Lehrern
    Können am Studienseminar in Erfurt genügend Berufsschullehrer ausgebildet werden? Für die Nachqualifizierung von Seiteneinsteigern fehlen bisher die gesetzlichen Grundlagen.
  2. Veränderung der Stundenabrechnung an unseren Schulen
    Bisher gibt es vom Ministerium keine Bereitschaft, die Festlegungen zur Stundenabrechnung denen der allgemeinbildenden Schulen wieder anzupassen.
  3. Berufsschulnetz
    Die Rücknahme der Entscheidung zum Berufsschulnetz von Anfang Dezember durch die neue Ministerin ist zu begrüßen. Aus unserer Sicht besteht keine Notwendigkeit, die gegenwärtig 42 berufsbildenden Schulen in Thüringen weiter zu reduzieren.
  4. Aus- und Weiterbildung an den berufsbildenden Schulen
    Wir werden der Ministerin vorschlagen, an den staatlichen berufsbildenden Schulen in Thüringen Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung zuzulassen und die dabei geleisteten Unterrichtsstunden auf die Pflichtstundenzahl der Berufsschullehrer anzurechnen.

Über die Ergebnisse der Gespräche werden wir im BLV-Info Heft bzw. hier unter www.blv-thueringen.de informieren. 

Download Aktuell-Blatt 01/15

Download Schreiben an Frau Ministerin Dr. Klaubert


 

 

Ungleichbehandlung der Berufsschullehrer beenden

Seit 15. Dezember 1999 gelten die Grundsätze für die Berechnung und die Verteilung der Pflichtstunden der Lehrer an den berufsbildenden Schulen. Die von den Initiatoren damit erhoffte Verbesserung im Umgang mit wöchentlich wechselnden Stundenzahlen ist nicht eingetreten. Im Gegenteil, die Zahl der Nachfragen hat in den Jahren zugenommen und die Unzufriedenheit ist groß wie nie. Dazu kommt das Unverständnis über die Ungleichbehandlung zwischen Lehrern an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen.

Seit Anfang Oktober 2014 besteht die Chance, dieses zu verändern. Mit Inkrafttreten der Thüringer Verordnung über die Arbeitszeit der beamteten Lehrer (ThürLehrAzVO) wurde erstmals eine Regelung auf dieser Ebene erlassen. Damit ist die bisherige Praxis, arbeitszeitrechtliche Vorgaben nur in der Verwaltungsvorschrift zur Organisation des Schuljahres zu regeln, beendet. Die bisherigen Regelungen wurden im Wesentlichen übernommen, womit es bei den 24 bzw. 27 Pflichtstunden für unsere Kolleginnen und Kollegen bleibt.

Die bisherigen Regelungen zur „Jahresarbeitszeit“, die auf den Festlegungen von 1999 basierten, wurden in die Arbeitszeitverordnung nicht übernommen. Es wird aber festgelegt, dass durch das für Schulwesen zuständige Ministerium Grundsätze der Einsatzplanung geregelt werden können. Aus unserer Sicht dürfen diese Grundsätze nicht so weit gehen wie die ausschließlich für die Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen geltenden bisherigen Regelungen. Dass es auch ohne geht, zeigen die allgemeinbildenden Schulen.

Wir haben den amtierenden Minister Matschie angeschrieben und gebeten, die Chance zu nutzen und die Gleichbehandlung der Lehrkräfte an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen wiederherzustellen.

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Wortbruch der SPD

In Vorbereitung der Landtagswahlen 2009 hatten wir die politischen Parteien in Thüringen angeschrieben und um Beantwortung einiger konkret auf die berufsbildenden Schulen bezogener Fragen gebeten. Vom Parteivorsitzenden der SPD, Christoph Matschie, wurde die Frage:

„Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, den Beruf „Lehrkraft an berufsbildenden Schulen“ für junge Menschen attraktiv zu gestalten?“

am 23. Juni 2009 wie folgt beantwortet:

„Als ersten Schritt werden wir sämtlichen Lehramtsanwärtern in Thüringen eine Anstellungsgarantie bei Bestehen der Zweiten Staatsprüfung gewähren. Um gegenüber den aggressiv Junglehrer abwerbenden westlichen Bundesländern mit einer solchen Offerte erfolgreich sein zu können, muss diese Anstellung unbefristet und in Vollzeit erfolgen.“

Diese Aussage war nicht das Papier wert auf dem sie stand, obwohl SPD-Vorsitzender Matschie seit 2009 als Bildungsminister alle Möglichkeiten der Umsetzung hatte. In den Jahren seit 2010 gab es vom TMBWK keinerlei Angebote an die Absolventen mit Lehramt an berufsbildenden Schulen in Thüringen. Am 15. Mai 2014 konnte sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht bei einer Veranstaltung in Arnstadt mit Lehramtsanwärtern davon überzeugen: Kein Angebot, kein Interesse an der Übernahme, die 20 Absolventen wandern in andere Bundesländer ab. Trotz ihrer Betroffenheit konnte sie daran natürlich nichts mehr ändern.

Für den BLV ist diese Verfahrensweise unverständlich und zeigt erneut, dass der Schwerpunkt der SPD-Bildungspolitik einseitig bei den allgemeinbildenden Schulen liegt. An einer Ausstattung der berufsbildenden Schulen mit gut qualifizierten Lehrkräften gibt es im Bildungsministerium kein Interesse. Im Gegenteil, die teuer ausgebildeten Absolventen lässt man in andere Bundesländer ziehen und stellt dafür Lehrkräfte mit geringerer Qualifikation ein. Dies mag aus Kostengründen günstiger sein, auf die Qualität beruflicher Ausbildung wird es sich negativ auswirken.

Wir haben Bildungsminister Matschie am 10. Juni 2014 angeschrieben und um eine Erklärung für seinen Wortbruch gebeten. Eine Antwort liegt uns bis heute nicht vor.

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Erfolg bei der Personalratswahl 2014
Danke für Ihr Vertrauen

Erstmals sind wir als Berufsschullehrerverband BLV bei den Personalratswahlen angetreten und konnten, wie bereits als Einzelverbände TVB und VLW, das Vertrauen vieler Wählerinnen und Wähler erringen. Dafür möchten wir uns bedanken und Sie können sich darauf verlassen, dass wir in den nächsten vier Jahren im Interesse der Lehrerinnen und Lehrer an den berufsbildenden Schulen in den Personalräten tätig werden.

Bei der Wahl zum Hauptpersonalrat erhielt unsere Liste 1113 Stimmen der 5646 abgegebenen gültigen Stimmen. Damit werden wir wie bisher 2 Mitglieder unserer Gruppe im HPR stellen. Ab sofort vertreten

Thilo Helms
und
Mario Köhler

die spezifischen Interessen der Lehrer an den berufsbildenden Schulen im Hauptpersonalrat.

Die Gruppe der Lehrer an den berufsbildenden Schulen, den Gymnasien, den Spezialgymnasien, den Kollegs, den Gemeinschaftsschulen, die die Klassenstufen bis 12 umfassen, sowie an den Gesamtschulen besteht aus 11 Mitgliedern und bildet somit die größte Gruppe im 31 Mitglieder zählenden Gremium. Durch das gute Wahlergebnis des Thüringer Philologenverbandes (1312 Stimmen) stellt dieser 3 Mitglieder der Gruppe und Heike Schimke wurde erneut zur Vorsitzenden der Gruppe gewählt.

Bei den Wahlen der Bezirkspersonalräte konnten die bisherigen Sitze erneut errungen werden. Mit Werner Schwiefert stellen wir im Schulamt Nord einen Vorsitzenden des Bezirkspersonalrates. In den Bezirkspersonalräten der Schulamtsbereiche West, Süd und Ost ist jeweils ein Vertreter des BLV aktiv. Leider ist es den Mitgliedern im Schulamt Mitte nicht gelungen Kandidaten für eine BLV-Liste zu finden.

Wir gratulieren allen gewählten Personalräten des BLV zu ihrer Wahl. Unseren Wählern möchten wir versichern, dass unsere Leitlinien die in den Faltblättern zur Wahl dargestellten Grundsätze sein werden. Damit dürfte unsere Arbeit berechenbar und auch kontrollierbar sein. Wir denken, dass die spezifischen Interessen der Lehrerinnen und Lehrer an den berufsbildenden Schulen damit am besten vertreten werden.

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