Landesregierung will mittelfristig das Bildungsangebot der zweijährigen BFS (nbq) reduzieren

Diese Aussage erhielt der Landtag kürzlich als Antwort auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Walk von der CDU - Fraktion, bezüglich ersatzlosem Ausfall von Mathematikunterricht am Berufsschulzentrum „Ludwig Erhard“ in Eisenach. In der Antwort des Ministers Holter wird einerseits aufgeführt, dass die Landesregierung weiterhin bestrebt ist, der großen Nachfrage nach vollzeitschulischen Bildungsgängen gerecht zu werden, jedoch andererseits das Bildungsangebot der zweijährigen BFS (nbq) zu Gunsten der dualen Ausbildung zu reduzieren. Als Grund hierfür werden die nicht besetzten Ausbildungsplätze in der dualen Ausbildung angegeben. Gleichzeitig zeigt man sich verwundert, dass trotz einer Vielzahl freier Ausbildungsplätze in der Wirtschaft, die Nachfrage an vollzeitschulischen Angeboten, zu der auch die zweijährige BFS zählt, weiterhin unerwartet hoch ist.

Dies ist für den BLV nicht verwunderlich! Bereits seit längerem ist zu beobachten, dass es zunehmend mehr Schülern mit einem Hauptschulabschluss schwerer fällt, den Übergang in eine duale Berufsausbildung zu meistern. Oft wird die begonnene Ausbildung dann abgebrochen bzw. sich gleich für einen Platz in der BFS beworben. Ziel dieser Schulform ist es ja gerade, für diese Schülerklientel, welches häufig aus sozial benachteiligten Schichten der Bevölkerung kommt, den Übergang in das Berufsleben „sanfter“ zu gestalten.

Aus meiner Sicht wird diese Schulform in ihrer jetzigen Breite an den berufsbildenden Schulen auch zukünftig ihre Berechtigung haben, gerade vor dem Hintergrund der Integration der in Thüringen lebenden jüngeren Flüchtlinge in unsere Arbeitswelt. Die Entscheidung einer linken Landesregierung ausgerechnet dieses Bildungsangebot reduzieren zu wollen, ist befremdlich und nährt die Vermutung, dass diese, sicherlich personalintensive, Schulform vor dem Hintergrund des sich weiter drastisch verschärfenden Mangels an Lehrern für die berufsbildenden Schulen ganz geopfert werden soll.

Der BLV mahnt deshalb erneut, diesen Irrweg nicht weiter zu verfolgen und das Angebot aller Schulformen der berufsbildenden Schulen zu erhalten! Stattdessen sollte das Augenmerk der Landesregierung intensiver als bisher geschehen, auf der Nachwuchsgewinnung von Lehrerinnen und Lehrer für berufsbildende Schulen liegen.


M. Köhler
(Vorsitzender)
 

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