Ungleichbehandlung der Berufsschullehrer beenden

Seit 15. Dezember 1999 gelten die Grundsätze für die Berechnung und die Verteilung der Pflichtstunden der Lehrer an den berufsbildenden Schulen. Die von den Initiatoren damit erhoffte Verbesserung im Umgang mit wöchentlich wechselnden Stundenzahlen ist nicht eingetreten. Im Gegenteil, die Zahl der Nachfragen hat in den Jahren zugenommen und die Unzufriedenheit ist groß wie nie. Dazu kommt das Unverständnis über die Ungleichbehandlung zwischen Lehrern an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen.

Seit Anfang Oktober 2014 besteht die Chance, dieses zu verändern. Mit Inkrafttreten der Thüringer Verordnung über die Arbeitszeit der beamteten Lehrer (ThürLehrAzVO) wurde erstmals eine Regelung auf dieser Ebene erlassen. Damit ist die bisherige Praxis, arbeitszeitrechtliche Vorgaben nur in der Verwaltungsvorschrift zur Organisation des Schuljahres zu regeln, beendet. Die bisherigen Regelungen wurden im Wesentlichen übernommen, womit es bei den 24 bzw. 27 Pflichtstunden für unsere Kolleginnen und Kollegen bleibt.

Die bisherigen Regelungen zur „Jahresarbeitszeit“, die auf den Festlegungen von 1999 basierten, wurden in die Arbeitszeitverordnung nicht übernommen. Es wird aber festgelegt, dass durch das für Schulwesen zuständige Ministerium Grundsätze der Einsatzplanung geregelt werden können. Aus unserer Sicht dürfen diese Grundsätze nicht so weit gehen wie die ausschließlich für die Lehrkräfte an den berufsbildenden Schulen geltenden bisherigen Regelungen. Dass es auch ohne geht, zeigen die allgemeinbildenden Schulen.

Wir haben den amtierenden Minister Matschie angeschrieben und gebeten, die Chance zu nutzen und die Gleichbehandlung der Lehrkräfte an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen wiederherzustellen.

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