Lehramtsanwärter wandern ab

Am Studienseminar Erfurt, Außenstelle Arnstadt, werden auch in diesem Jahr Lehramtsanwärter zu Berufsschullehrern ausgebildet. Die 22 jungen Nachwuchslehrer schließen ihre Ausbildung zum 31. Juli 2014 ab. Geht man von der gegenwärtig laufenden öffentlichen Diskussion zur Fachkräftegewinnung in Thüringen aus, müsste der Freistaat alles daran setzen, diese gut ausgebildeten Berufsschullehrer hier in Thüringen zu halten.

Das Gegenteil ist der Fall. Bisher ist nicht zu erkennen, dass es entsprechende Angebote geben wird. Die Absolventen sollen mit den „üblichen Vergünstigungen“ gelockt werden:

  • Übernahme als Tarifbeschäftigte in E 13
  • Verpflichtung zu vielen sonstigen Aufgaben als Lehrer
  • Mehrarbeit ohne Bezahlung
  • Aufstiegsmöglichkeiten nur innerhalb der Entgeltgruppe.

Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Andere Bundesländer scheinen da bessere Schlussfolgerungen aus dem geringen Angebot an qualifizierten Berufsschullehrern zu ziehen. Dort bietet man rechtzeitige Informationen zur Einstellung, Verbeamtung in A 13 mit tatsächlichen Aufstiegsmöglichkeiten nach A 14 und wesentlich bessere Arbeitsbedingungen an den Schulen.

Die Äußerungen von Bildungsminister Matschie zu Einstellungsabsichten von Lehrern treffen auf die Lehramtsanwärter aus Arnstadt offensichtlich nicht zu. So wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, bereits jetzt Nachwuchskräfte einzustellen, da der Bedarf in einigen Jahren auch durch eine Anhebung der Anzahl der Lehramtsanwärter nicht zu decken sein wird. Junge Leute orientieren sich aber an den für sie geltenden Einstellungsbedingungen und bei denen kann man keinem gut ausgebildeten Berufsschullehrer empfehlen, eine Beschäftigung in Thüringen anzustreben. 

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