Perspektiven für Seiteneinsteiger

Die Situation als Seiteneinsteiger an den berufsbildenden Schulen in Thüringen ist unbefriedigend. Niedrigere Eingruppierung und fehlenden Möglichkeiten zur Nachqualifizierung führen bei vielen Kolleginnen und Kollegen zu Frust und Unzufriedenheit. Dazu kommt die bange Frage: Wie und wo werde ich in Zukunft eingesetzt?

Wir haben seit Jahren gefordert, den im Schuldienst beschäftigten Seiteneinsteigern klare Perspektiven aufzuzeigen. Dies ist bisher weder vom CDU geführten TKM noch vom SPD geführten TMBWK erfolgt. Im August 2012 ist die Verwaltungsvorschrift zur Nachqualifizierung ausgelaufen. Da es bis Ende des Jahres keine Anzeichen gab, wie es mit der Nachqualifizierung weitergeht, haben wir Ende Januar Minister Matschie angeschrieben und gefragt: Besteht kein Interesse mehr an der Einstellung von Seiteneinsteigern?

Der Antwort von Staatssekretär Merten vom 07. März 2013 ist zu entnehmen, dass das Ministerium auch weiterhin Interesse an der Einstellung von Seiteneinsteigern und der Nachqualifizierung von Fachpraxislehrern hat. Das Angebot, die Thematik im Gespräch weiter zu erörtern, nehmen wir gern an. Eine Einladung durch Staatssekretar Merten liegt für den 11. April vor.

Unsere Position dazu ist klar. Es muss endlich für alle Beschäftigte an den berufsbildenden Schulen, die kein Lehramt nachweisen können, klare Regelungen geben. Für Neueinstellungen sollte ab dem Schuljahr 2012/13 festgelegt werden, dass u. a. vor Abschluss des Arbeitsvertrages eine Gleichstellung geprüft werden muss. Die Nachqualifizierung ist dann unmittelbar nach Abschluss der Probezeit aufzunehmen.

Bereits im Dienst stehende Seiteneinsteiger sollten für die jahrelange Untätigkeit des Dienstherren nicht länger bestraft werden. Ihnen ist nach fünfjähriger erfolgreicher Erteilung von theoretischem Unterricht die Befähigung für das Lehramt an berufsbildenden Schulen zuzuerkennen.

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